Februar 2007

Mein Name ist Tom und ich bin ein Kater.

Ich habe ein schwarz-weißes kurzes Fell, bin absolut liebesbedürftig und muss dazu sagen auch blind, denn ich habe keine Blutgefäße hinter meiner Netzhaut.
Trotz allem komme ich damit sehr, sehr gut zurecht. Ich erzähle euch jetzt einmal eine kleine Story über dies und das was bisher in meinem Katerleben geschah:

Also, ich bin von einer Frau im Tierheim abgegeben worden, weil ich in der großen weiten Welt mit meiner Blindheit nicht so gut zurecht kam, diese ein Herz für mich hatte und zumindest mitgefüttert hat. Sie hatte aber auch noch andere Katzen mit denen ich ganz und gar nicht klar kam. Nun ja eines Tages - es war ca. April´05 - hat sie mich dann im Tierheim in Neuwied abgegeben………….

Dort waren alle Pfleger/- innen so nett und lieb zu mir, dass es mir an nichts fehlte, nicht einmal an Streicheleinheiten, wovon ein Kater bekanntlich ja nicht genug bekommen kann. Es ging mir dort sehr gut, ich hatte eine denke mal sehr geräumige Unterkunft (konnte sie ja nicht 100 % sehen) mit einem Kratzbaum, Futter und Trinknapf, Katzenspielzeug und natürlich auch einen Kuschelplatz. Ich wurde dort kastriert und auch gegen Katzenschnupfen geimpft. Zu fressen bekam ich Whiskas Nassfutter, täglich mehrmalige Streicheleinheiten, muss nämlich gestehen (ich glaube ich war der Liebling dort) ohne jetzt eingebildet zu klingen. *g*g*g*g

Naja wie gesagt es ging mir dort sehr gut.

Dann wurde es Mai, Juni und dann kamen an einem Nachmittag 2 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Katze waren, in das Tierheim. Sie heißen Michael und Silvia und schauten auch mich an. Ich zeigte mich von meiner besten Seite - nämlich der Schokoladenseite - aber ich weiss nicht einmal, ob ich überhaupt eine andere besitze *grins*grins*grins!

Zu meiner Schande muss ich gestehen hatte ich zu diesem Zeitpunkt leichte Schuppen und einen Pilz über meinem linken Auge bis zum Ohr hin - dieser wurde mit Antibiotika und Tinkturen im Tierheim schon behandelt. Aber dies schreckte Michael und Silvia keinesfalls ab. Sie schlossen mich vom 1. Moment an in ihre beiden Herzen und wollten mich um alles Geld der Welt haben. Sie klärten alle Formalitäten mit dem Tierheim ab und wir verblieben, dass ich am nächsten Samstag die große Reise nach Mülheim-Kärlich antreten sollte. Samstags morgens wurden für mich alle erforderlichen Dinge, die ein Kater für sein alltägliches Leben braucht, besorgt und nachmittags musste ich mich vom Tierheim verabschieden (schweren Herzens).

Nach dem Transport in einer Katzenbox und einer 20-minütigen Autofahrt kamen wir dann in meinem neuen Zuhause in der Kärlicherstr. an. (Schnupper*schnupper*schnupper) Die Eingangstüre ging auf und ich war vermutlich (kann leider nur schätzen wegen meiner Blindheit) in einer neuen großen Welt angelangt. Ich lief den ganzen Tag nur herum, beschnupperte mein neues Reich von A-Z, jeden kleinsten Winkel, ich stieß auch sehr oft an, was aber nicht schlimm war, denn ab dann wusste ich Bescheid (habe nämlich einen sehr guten Orientierungssinn!).
Es war ein ganz komisches Gefühl alles war neu, alles war anders und zudem war es sehr groß und für mich war alles vorbereitet für meinen Einzug. Dies hatte ich bisher in meinem Leben noch nicht erlebt, dass es alles für mich gemacht wurde, so dass ich mich wie Zuhause fühlen konnte. Aber wie auch jedes Wesen auf dieser Welt musste auch ich mal auf die Katzenpippibox, aber das Problem war auch schnell gelöst, weil mich meine neuen Besitzer direkt vor diese setzten, so dass ich genau wusste wo meine neue Toilette steht. Von dort an war die größte Hürde genommen, denn ich bin ja stubenrein erzogen. Ja es vergingen natürlich einige Tage bis ich mich mit allem zurecht fand, mich heimisch fühlte, bis ich mich daran gewöhnte wo was steht, wo ich mein Spielzeug finde, meinen Fressnapf meine Schlafcouch und zugleich Ruheplatz meinen Kratzbaum und alles weitere…

Die Anfangszeit war natürlich kein Zuckerschlecken - weder für mich noch für meine neuen Herrchen. Denn ich musste ja weiter behandelt werden mit Medikamenten, was ich mir manchmal nicht gefallen ließ und sträubte mich dagegen, bis ich merkte auch hier passiert mir nichts und alle wollen für mich nur das Beste - nämlich mir helfen (aber dies geht auch wie wahrscheinlich jedem anderen Tier genauso in meinen kleinen Katerkopf nicht direkt hinein)*la*la*la.

Mein Futter wurde dann auch langsam umgestellt, von Nassfutter etappenweise auf Trockenfutter von Royal Canin mit einem kleinen Happen Nassfutter als sog. Sahnehäubchen. Denn dieses, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt vorher auch noch nicht, enthält nämlich viel mehr Vitamine und andere Bestandteile, die ein Vierbeiner so braucht und besteht nicht größtenteils aus Wasser + Konservierungsstoffen(tja ich bin mittlerweile richtig schlau geworden). Zudem kann man von diesem Futter mehrere Sorten zusammen mischen um auf jede verschiedene Katzenart einzugehen. Natürlich bekomme ich auch mal ab und an eine ganze Sahnetorte (dies heißt für mich Thunfisch, Schinken, Joghurtbecher auslecken und auch Katzenmilch) Mein Pilz heilte schnell ab, meine Schuppen lösten sich in Luft auf und mein Fell glänzte plötzlich noch schöner wie vorher. Ich bekomme jeden Tag so viele Streicheleinheiten wie ich will, habe meinen geregelten Tagesablauf, schlafe eine ganze Menge wenn ich müde bin vom Spielen mit meinen Herrchen und wenn ich mal wieder meinen dollen 5 Minuten habe und wie gepsycht durch das Haus laufe. Meine Hobbys sind jedoch nicht nur spielen, rollen auf dem Teppich sondern auf Fensterbänke klettern, ab und an mal in raschelnde Mülltüten die gerade gewechselt werden zu beißen. Meine Lieblingsleidenschaft ist, wenn das Bett abgezogen und frisch gemacht wird, dabei immer wieder und wieder zu versuchen in dass Betttuch und in die Kissen zu beißen damit Frauchen damit nicht voran kommt (miau*miau*miau*). Und bevor ich es vergesse - was ich auch ganz gern mag ist, nicht den Kratzbaum zum Krallenschleifen sondern die beiden alles geliebten Stuhlbeine unserer IKEA-Stühle beglücken (sehen mittlerweile etwas mitgenommen aus).

Dann stand auch eines Tages der Besuch beim Tierarzt an, dieser schnitt mir die Krallen, wir machten eine Entwurmungskur und ich bekam (ich fand dies nicht gut, aber im Nachhinein war ich froh, denn ich musste es machen lassen) ein Atherom-eine verstopfte Talgdrüse an meinem Schwanz ausgedrückt. In diesem Moment wäre ich dem Tierarzt am liebsten an die Gurgel gesprungen, aber dieser sagte hinterher, dass ich meinen gepflegten Zähnen nach zu urteilen noch gar keine 5 Jahre alt bin sondern wahrscheinlich jünger. Dies machte natürlich alles wett und so fühlte sich "klein Tom" geschmeichelt und machte von dort an keine Zicken mehr beim Tierarzt. Schön, dass dies so einfach ist wenn man weiss was auf einen zukommt. Das Problem mit meinen Augen ist leider nicht in den Griff zu bekommen, dies hat mir ein Augenspezialist schon bestätigt, aber da kann man nichts machen, Hauptsache ich finde mich zurecht und habe ganz, ganz liebe Herrchen, die sich so rührend um mich kümmern, dass es einem einfach gut gehen muss und man sich fühlt als würde einem nichts fehlen (Tigerpfotenschwur: nein ich fühle mich nicht nur so, sondern mir fehlt es wirklich an nichts). Ich bekomme so viel Liebe + Streicheleinheiten, kann nachts mit im Bett liegen und kuscheln das glaubt mir keiner, denn dies alles bekam ich auf diese Art und Weise und in der Menge noch niemals und dann kann ich auch gut auf die Natur draußen verzichten (dass stimmt jetzt nicht ganz denn ich habe auch einen großen Garten mit Fischteich den ich betreten kann), denn die Liebe und Geborgenheit die ich hier bekomme ist viel besser schöner und toller als draußen in der weiten Welt Mäuse zu fangen, denn eines weiss ich, ich habe bereits 2 Mäuse gefangen, aber diese will ich nie wieder loslassen, denn ich fühle mich glücklich und gut und hoffe dass das immer so bleiben wird.

Danke dafür

Liebe Grüße und Miau

Kater TOM