AUCH TIERE LEIDEN UNTER DER SOMMERHITZE

Kein neues Thema - aber jedes Jahr wieder aktuell. Wir freuen uns alle über einen sonnigen warmen Sommer. Aber gerade wenn die Sonne niederbrennt, kann es für unsere Tiere gefährlich werden. Bei steigenden Temperaturen sollten die Tiere besonders genau beobachtet werden, um eventuelle Veränderungen im Verhalten direkt festzustellen und entsprechend schnell reagieren zu können.

Wir möchten Ihnen - und vor allen Dingen Ihrem Tier zuliebe - einige Empfehlungen aussprechen, die Ihnen helfen können, einen sonnigen Sommer zu überstehen.

HUNDE

  • Spaziergänge sollten bevorzugt in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden, wenn die Temperaturen gemäßigter sind. Andernfalls können – gerade bei älteren Tieren – Kreislaufprobleme auftreten. Wählen Sie – wenn möglich –kühlere Waldwege – evtl. mit einem Bach/See zur Abkühlung zwischendurch.
  • Übermäßige körperliche Anstrengungen (Hundesport o. ä.) vermeiden
  • Ausreichendes Trinkwasser anbieten
  • Sommerfrisur“ insbes. bei Hunden mit Langhaarfell und/oder dichter Unterwolle (Schur oder Trimmen).
"Na, hat Frauchen mir nicht 'ne schicke Sommerfrisur beschert?
Es grüßt Euch der Ludwig vom Ludwigshof"

KATZEN

  • Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten oder in kühlere Innenräume anbieten- Katzen nehmen zwar immer wieder gern ein Bad in der Sonne aber auch sie suchen nach einiger Zeit ein kühleres Schattenplätzchen im Freien auf oder wandern sogar zurück in die Wohnung, wo die Temperaturen etwas angenehmer sind.
  • Ausreichend -evtl. an mehreren Stellen- Trinkwasser anbieten.
    Katzen besitzen nur wenige Schweißdrüsen, so dass sie sich nicht so effektiv durch Schwitzen abkühlen können. Zum Ausgleich befeuchten Katzen durch Putzen ihr Fell. Auch durch Hecheln können sie sich ein wenig abkühlen. In beiden Fällen entsteht die Kühle durch das Verdunsten des Speichels und die Katze verliert Feuchtigkeit. Deshalb sollte immer ausreichend Wasser oder spezielle Katzenmilch zur Verfügung stehen. Milch ist kein Getränk und auch kein Wasserersatz – viele Katzen vertragen die „normale“ Milch auch nicht.

KANINCHEN, MEERSCHWEINCHEN

  • Kaninchen und Co. in einem kühleren Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung unterbringen
  • Käfige dürfen nicht im Durchzug stehen
  • Im Freilaufgehege genügend luftige Schattenplätze anbieten,– die handelsüblichen kleinen Sperrholzhäuschen sind nicht ausreichend zumal durch die geringe Größe ein Hitzestau entstehen kann. Besser sind Röhren, Tunnel o.ä.
  • Spannen Sie Sonnensegel, Bettlaken o.ä. auf. Bedenken Sie: Wo morgens noch kühler Schatten ist, herrscht nachmittags womöglich glühende Hitze.
  • Ausreichend Trinkwasser im Schatten anbieten.
  • Nahrung, die Flüssigkeit enthält, wie z.B. Gurken in Maßen füttern

VÖGEL

  • Voliere nicht in der prallen Sonne stehen lassen – ein Standort im Halbschatten ohne Zugluft wäre optimal
  • Frisches Trinkwasser sowie eine Bademöglichkeit (Badehäuschen oder flache Schale) anbieten
  • Nahrung, die Flüssigkeit enthält, wie z.B. frisches Obst in Maßen füttern

FISCHE

Auch das Wasser im Aquarium kann sich für die Insassen lebensbedrohlich aufheizen. Notfalls Wasser entnehmen, kühlen und das gleiche Wasser wieder nachfüllen

WEIDETIERE

  • Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten (Bäume oder luftiger Unterstand) müssen vorhanden sein
  • Ausreichend Trinkwasser im Schatten zur Verfügung stellen
  • Ausritte in die angenehmeren kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen sowie auf übermäßige Anstrengungen („wilde Jagden“) dem Tier zuliebe verzichten

AUTOFAHRTEN

Achtung! Das Auto kann für Tiere zur tödlichen Falle werden: Sauerstoffmangel, Übelkeit, Kreislaufprobleme und Kreislaufversagen führen im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres.

„Passanten, die ein Tier entdecken, das in einem in der prallen Hitze stehenden Auto zurückgelassen wurde, sollten keine Hemmungen, haben die Polizei zu verständigen“, appelliert Wolfgang Apel , Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Für sein unverantwortliches Verhalten kann der Tierhalter nach §17 Tierschutzgesetz zur Rechenschaft gezogen und bestraft werden - mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe.

  • Ersparen Sie Ihrem Tier bei großer Hitze Transporte im Auto!
  • Sollte eine Fahrt zum Tierarzt nötig sein, fahren Sie möglichst (in einem klimatisierten Auto) in den frühen Morgen-/oder Abendstunden. Bei hohen Außentemperaturen droht den Tieren erhöhte Hitzschlaggefahr.
  • Fahren Sie nicht in einem durch längeres Stehen überhitzten Auto – auch keine kurzen Strecken.
  • Längere Fahrten (z.B. in den Urlaub) sollten auf die kühleren Nachtzeiten verlegt werden. In das Reisegepäck gehören dann ein ausreichender Vorrat an Trinkwasser und mehrere Tücher, die bei Bedarf angefeuchtet werden können und so als kalte Kompressen oder verdunstungsaktive Käfigabdeckung dienen können.
  • Anbringung eines Sonnenschutzes (Dunkle Folien oder Sonnenschutzblenden)

Grundsätzlich gilt: Niemals sollten Tiere im Auto zurückgelassen werden, auch dann nicht, wenn der Wagen im Schatten steht – auch nicht für kurze Zeit. Denn zum einen kann sich der Sonnenstand verändern und der Wagen binnen kurzer Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein, und zum anderen kann sich ein Wagen auch im Schatten so erwärmen, dass das Tier leidet und ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt. Auch das offene Schiebedach und das einen Spalt breit geöffnete Fenster helfen hier nicht.


ERSTE HILFE BEI HITZSCHLAG

Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln sind erste Alarmzeichen, die sofortiges Handeln verlangen.

  • Tier sofort aus der Sonne in den Schatten oder in einen kühleren Innenraum bringen
  • Wasser anbieten
  • Gliedmaßen mit Wasser abkühlen und/oder mit feuchten Tüchern abdecken
  • Ruhe

Bei Krämpfen, Atemnot, kaum fühlbaren Puls oder gar Bewusstlosigkeit besteht akute Lebensgefahr. Zeigt ein Tier diese Symptome, sollte es, mit feuchtkalten Tüchern bedeckt, sofort zum Tierarzt gebracht werden. Während des Transports ist es wichtig, auf ausreichende Luftzirkulation zu achten.

Hitzschlaggefährdet sind vor allem ältere oder herzkranke Tiere wie auch hochträchtige und ganz junge Tiere. Sie sollten nicht der sengenden Mittagshitze ausgesetzt werden. Auch bei robust erscheinenden Tieren ist es ratsam, körperliche Aktivitäten immer auf die kühleren Tageszeiten zu verlegen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen vorbeugend einige Anregungen geben konnten und wünschen Ihnen und Ihren tierischen Freunden eine schöne Sommerzeit.