JOPI IM GLÜCK

 

 2011: Als Jopi im vergangenen Herbst   gefunden wurde, war er ein Bild des Jammers. Seine unbehandelte Schilddrüsenerkrankung und ein völlig vereitertes Ohr machten ihm arg zu schaffen.

Vor einem halben Jahr haben wir gemeinsam mit der Katzenhilfe Neuwied nach einem Pflegeplatz für Jopi gesucht, einen etwa 20 Jahre alten Türkisch-Angora-Kater, dem das Leben ziemlich übel mitgespielt hatte. Eine Tierfreundin hatte das verfilzte Häuflein Elend in ihrer Garage gefunden und zunächst für tot gehalten – diesem Zustand war der betagte Findling auch nicht allzu fern. Im wahren Wortsinn bis auf die Knochen abgemagert und mit eiternden Ohren erwies Jopi sich jedoch als äußerst zäh und machte es sich bei seiner Finderin gemütlich, die viel Liebe und Kraft investierte, um den armen Kerl aufzupäppeln. Das nicht nur wegen seiner Schilddrüsenprobleme schwierig, sondern auch deshalb, weil Jopi sich überhaupt nicht mit ihrer Katze verstand und Mensch und Tiere so ziemlich viel Stress hatten. Schweren Herzens entschied sich die Tierfreundin deshalb, Jopis Pflege in andere Hände zu legen.

Das war zwar gar nicht so einfach, aber schließlich hatte der Aufruf auf unserer Internetseite doch noch Erfolg: Anfang November zog Jopi nach Heimbach-Weis zu Karin Figge, die bereits monatelang unser Sorgenkind Ole betreut hatte und sich nun spontan entschloss, Jopi einen schönen Lebensabend zu bereiten. Den hat er zweifellos, denn nachdem er sich in wenigen Tagen eingelebt hatte, ist der Kater der unumstrittene Mittelpunkt im Leben der Heimbach-Weiserin geworden. Sogar gesundheitlich hat er gewaltige Fortschritte gemacht und läuft seinem „Frauchen" mittlerweile wie ein kleiner Hund hinterher – natürlich nur, wenn nicht gerade Schlafenszeit ist, was bei Senioren ja ziemlich häufig vorkommt.

Gerade weilt klar ist, dass sie Jopi nur in der letzten Phase seines langen Lebens begleiten kann und die Trennung von ihm unausweichlich ist, danken wir Frau Figge für ihre Bereitschaft sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Denn so sehr wir uns bemühen, es unseren Schützlingen im Tierheim gemütlich zu machen: Einen festen Platz auf dem Sofa einer Katzenkennerin mit unbegrenzten Streicheleinheiten können wir nicht bieten. Deshalb: Danke, Frau Figge, dass Sie Jopi einen Lebensabend schenken, der vermutlich schöner ist als alles, was er zuvor erlebt hat.

Ganz nebenbei ist Jopis Geschichte aber auch ein tolles Beispiel dafür, das Vieles möglich ist, wenn tierliebe Menschen zusammenarbeiten. So besucht Jopis Finderin ihn nicht nur regelmäßig, sie unterstützt Frau Figge auch bei den notwendigen Tierarztbesuchen. Deren Kosten können über die Katzenhilfe abgerechnet werden, die Medikamente zahlt unser Verein. Futter und Streu werden privat gesponsert. Glück gehabt, Jopi.

 Auch wenn seine Krankheit ihn noch immer stark beeinträchtigt, erkennt man doch wieder Jopis natürliche Schönheit.

Mit seinem Pflegefrauchen Karin Figge hat Jopi das große Los gezogen. Der Kater dankt es der Heimbach-Weiserin mit rührender Anhänglichkeit.