PAULCHEN

 
 
 

Hallo zusammen,

Da Paulchen sich noch etwas schwer tut mit Tastatur und Email bat er mich, ihnen ein paar Zeilen zu schreiben. Nein, eigentlich hat er mir diktiert, was ich tippen soll. Aber das ist eigentlich egal, es deckt sich mit dem, was wir auch so mitbekommen haben.

Viele Grüße

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Hallo liebe Streichlerinnen und Streichler, werte Dosenöffner.

Nun wurde ich ja plötzlich und für mich völlig überraschend aus meiner Einzelzelle in eine Tragebox befördert ohne dass ich überhaupt verstanden haben worum es eigentlich ging. Als ich dann aber im Büro vom Tierheim war und die netten Leute, die mir schon mal Leckerchen in mein Verließ gebracht hatten, auch da waren, da war ich mir sicher: DIE nehmen mich mit zu sich nach Hause!

Miau, was habe ich mich gefreut, ich konnte es nicht abwarten endlich anzukommen!
Unterwegs habe ich ihnen alles über mich erzählt, dass ich so Trageboxen eigentlich gar nicht mag, Autofahren ist OK, aber ich möchte bitte aus dem Fenster schauen können, Fisch ist nicht so meins, dafür nehme ich gerne Futter mit richtigen Tieren drin.
Sonst bin ich ja auch total anspruchslos, eine Decke auf der Couch genügt mir, da bin ich glücklich und kann entspannt träumen. Da macht mich auch nix so rasch wach.
Klar, die neue Umgebung war schon zuerst etwas fremd, es gibt mehrere Etagen, in einem Raum, der ist riiiieeesig groß, da findet meistens das tägliche Miteinander statt, eine große Katzentoilette gibt es, und gleich neben dem Riesenraum im Erdgeschoss gibt es immer Futter.
Toll hier, und ich bin auch nicht alleine, wenn meine Menschen weg sind. Sie sagen ja immer irgendwas von: sie müssen arbeiten, damit sie mein Futter kaufen können, aber ich glaube das stimmt nicht. Sie holen das Futter immer aus einem Regal hinter einer Tür in der eine Katzenklappe drin ist. Anfangs wusste ich ja überhaupt nicht, was eine Katzenklappe ist, aber dann, dann hatte ich den Trick raus, ich bin dann in den Keller gelaufen, das ist total spannend da! Überall kann man sich verstecken und in aller Ruhe ein Nickerchen machen, da gibt es sogar noch eine Türe mit einer Katzenklappe! Da kann ich rausgucken, aber die ist immer zu, sosehr ich auch drücke, die
geht nicht auf. Meine Menschen sagen, dass ich noch nicht raus darf, von wegen Impfen und krank und so. Dabei bin ich doch gesund! Und auch nicht mehr so mager wie noch am Anfang. Ich will raus, aber immer wenn ich mich zur Terrassentür schleiche und mit ihnen rausgehen will, dann passen sie auf und machen schnell die Tür wieder vor meiner Nase zu. Gemein!

Aber... Achja, was ich sagen wollte: ich bin nicht allein, weil, da war schon in dem großen Raum ein Mädel, superhübsch mit superschönen Augen und grazilen langen Beinen.
Ich, natürlich, gleich auf sie zu, wollte mich vorstellen, aber sie wollte wohl nicht so plump angemacht werden. Sie hat gefaucht und mir eine Ohrfeige gegeben. Aber ich habe natürlich nicht aufgegeben und habe es immer wieder versucht.
Und klar hat meine Charmeoffensive gewirkt. Sie ist mir verfallen! Logisch, sagt ihr jetzt, Paulchen, du erzählst uns hier einen. Aber nein, es ist die Wahrheit! Wirklich! Sie ist eine total Liebe, ein bisschen scheu zwar, aber superklug und hat mir auch schon ganz viel über mein neues Zuhause beigebracht. Zum Beispiel, dass sich unsere Menschen immer total freuen wenn sie nach Hause kommen und wir sie begrüßen, dass wir uns für das Essen bedanken wenn es frisch zubereitet im Napf hingestellt wird, dass wir zum Dank für die gute Behandlung und die Streicheleinheiten bitte nichts kaputt machen usw. Klar halte ich mich daran, nur letztlich, das war aber wirklich keine Absicht, da habe ich eine Blume heruntergeworfen. Die wollte halt nicht aus dem Weg gehen, sagte was von 'ich habe Wurzeln, keine Beine, ich kann nicht weggehen!', also habe ich ein bisschen geschubst. Ich wollte doch bloß ans Fenster, die Katzen draußen gucken! Klar, meine Mitbewohnerin hat geschimpft, aber die Menschen waren nicht böse. Sie haben nur gesagt, ich soll bitte etwas vorsichtiger sein, sonst könnte ich mich ja auch verletzen bei so einer Aktion.
Ich habe meine Pfote darauf gegeben und mich entschuldigt. Jedenfalls bin ich total froh, dass ich hier sein darf, es gibt zweimal am
Tag frisches Frischfutter, Trockenfutter soviel wir mögen und natürlich viel Spielzeug zu herumtoben. Und Streicheleinheiten, die Menschen sind sehr fürsorglich, sie bürsten mir sogar mein Fell! Das ist toll!
Und mit Mimi, also meiner Mitbewohnerin, da verstehe ich mich auch super, wir spielen zusammen, wir fressen gemeinsam und sie hat mir auch erlaubt das riesengroße Katzenklo mitzubenutzen. Wenn es geht und die Tür offen ist, dann kuscheln wir auch gemeinsam auf dem
Bett der Menschen. Das ist toll, da mag ich bleiben. Von Anfang an hatte ich hier auch gar keine Angst, ich habe mir ALLES genauestens angeschaut und auch geprüft ob ganz oben auf den Schränken alles sauber ist (ja, ist sauber), ich habe mich hier sofort wohl gefühlt. Eine eigene Schlafdecke habe ich auch, die ist ganz flauschig. Nur manchmal, wenn die Menschen Besuch bekommen, dann verkrieche ich mich. Hab' einfach keine Lust von fremden Leuten angetatscht zu werden. Ich bin schließlich ein echter Kater, kein Kuscheltier. Reicht schon wenn meine Menschenfrau mich hochnimmt und rumträgt und kuschelt.
So, das war es erst mal von mir. Ihr lest: es geht mir gut. Ich fühle mich sauwohl und wenn ich erst mal raus in den Garten darf, dann ist alles perfekt.
So long und grüßt mir die Kumpels,

Paulchen

P.S.: Ich habe für euch ein paar Fotos rausgesucht und beigefügt.
P.P.S.: Ihr guckt doch auch immer mal auf unsere Homepage, oder?
http://mimiundhenry.tumblr.com