CASTELLO & SPEEDY
 
 


Hallo!

 

im Dezember 2012 haben wir uns bei Ihnnen in das Vater-Sohn-Gespann Speedy, den kleinen graugetigerten Racker, und Castello, den sanftmütigen, ruhigen roten Löwen verliebt. Wir hatten mit den beiden bis heute zwei wundervolle Jahre. Die beiden hatten sich wunderbar eingelebt und ihren Freigang, ebenso wie die Kuschelstunden im Warmen genossen.

 

Doch diesen Montag, den 24. November, wurde dieses Glück getrübt. Wir mussten unseren geliebten Castello schweren Herzens einschläfern lassen. Nie hatte er irgendwelche Anzeichen einer Erkrankung gezeigt, war zwei Monate zuvor sogar noch mit seinem Sohnemann beim Tierarzt und hat sich durchchecken lassen und alle Impfungen erhalten. Doch von letzten Freitag auf Samstag hat sich plötzlich alles verändert. Der Rote, sonst äußerst verfressen, saß zur Frühstückszeit vorm Fenster und starrte apathisch in die Ferne. Streichelte man ihn, schleppte er sich wenige Schritte weiter und las sich dort wieder nieder um in die Gegend zu starren. Alles in Zeitlupe. Wir vermuteten einen Unfall oder schlimmen Kampf mit einem Rivalen oder Wildtier, er hatte aber keinerlei Bissspuren oder ähnliche Wunden. Er aß nichts. Trank etwas, aber zu wenig. Wir warteten den Sonntag noch ab und entschlossen uns Montag zum Tierarzt zu fahren. Sonst randalierend und sich die Krallen beinah am Gitter ausreißend, lag er willig in der Transportbox. Er maunzte wenn man ihn ansprach, aber Energie hatte er keine. Wir verstanden die Welt nicht mehr. Außer eine Temperatur von knapp 38 Grad konnte die Ärztin keine unnormalen Dinge feststellen, außer dass er unheimlich willig war, er tat nichts um sich ansatzweise zu wehren, ließ sich auf dem Behandlungstisch nieder als wär es das normalste für ihn, und das war es nie. Die Ärztin überwies uns besorgt zur Tierklinik Neuwied. 

Dort angekommen behielt die behandelnde Ärztin ihn da, denn er war nicht „normal“. Die Temperatur war inzwischen auf 37,5 gesunken.. 

Abends bekamen wir einen Anruf, es sähe sehr schlecht aus. Die Nierenwerte waren schrecklich, sie arbeiteten eigentlich gar nicht mehr. Zudem vermuteten sie eine dicke Entzündung oder einen Tumor im Darm, denn die Darmwand war etwa 6 Mal so breit wir normal. Die Lymphknoten waren stark geschwollen. Er war stark dehydriert und fraß weiterhin nichts. Die Prognose war deutlich.. wir fuhren sofort hin. Die Tierärztin riet uns ihn zu erlösen. Wir konnten es nicht fassen, von jetzt auf gleich offenbarte sich in einem so jungen Tier eine Krankheit die schon lange in ihm geschlummert haben musste. Sie brachte uns den armen Kerl zum Abschied. Ich muss Ihnen nicht erklären wie schlimm es war. Aber jetzt ist er im Katzenhimmel bei den ganzen anderen geliebten Katzentierchen und dort geht es ihm besser. Gestern haben wir ihn im Garten beerdigt. 

 

Zurück bleibt ein einsamer kleiner Kerl der seinen Vater noch zwei Tage lang suchte, obwohl wir ihn am Vater schnüffeln ließen als wir Montags spät nach Hause kamen. Vor lauter Frust und Einsamkeit so vermuten wir, fängt er nun Massen an Mäusen und will wirklich alle halbe Stunde Fressen haben. Im Moment bin ich, da ich noch auf den Beginn meines Studiums nächstes Jahr im Herbst warte, viel zu Hause, aber sonst wäre der Kleine auch viel alleine. Außerdem war er nie alleine, ist mit Gefährten aufgewachsen, war mit Papa im Tierheim und dann mit ihm bei uns. Sie lagen beieinander, putzten sich. Als Castello krank war fauchte ihn der Kleine zwar an, aber dieses Verhalten ist bei Katzen möglich wenn sie  sich nicht zu helfen wissen. Speedy war einfach total irritiert, so wie wir. 

Mit freundlichen Grüßen

 

Clara Triller